Tinnitus ein Volksleiden

Freitag, 16. Februar 2018, 13:27 Uhr
Tinnitus_ein_Volksleiden_Interessierte_über_150_Teilnehmer_SHK_NDH (Foto: Anne Hagedorn / SHK)
Vor über 150 Interessierten, darunter vielen selbst Betroffenen, sprach unser Prof. Dr. med. Jens Büntzel, Chefarzt der Klinik für HNO-Erkrankungen, Kopf-Hals-Chirurgie zum Öffentlichen Vortrag im Südharz Klinikum. Zahlreiche nutzten den Abend für wertvolle Informationen und den Austausch mit Leidensgenossen und dem Professor.

Pfeifen und Rauschen im Ohr das kennt nahezu jeder von uns. Acht Millionen Mitmenschen leiden hieran jedoch ständig und haben damit eine Diagnose Tinnitus.
Auch wenn die lästigen Töne eigentlich in unserem eigenen Hirn entstehen, sind die Ursachen doch vielfältig. Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen wirken im Untergrund und bereiten die Grundlage für Störungen des Ohres. Aber auch andere Ursachen kommen in Betracht. So sind ein gestörtes Gleichgewicht in der Rückenmuskulatur oder die Abnutzung im Bereich der Wirbelsäule oftmals zusätzliche Faktoren.
Nur nach einer entsprechend umfangreichen Diagnostik wird man vom Arzt eine seriöse Antwort auf mögliche Behandlungsansätze bekommen. Dabei wird selten die eigentliche Ursache behoben, sondern meist an der Wahrnehmung der Geräusche gearbeitet. Psychotherapie, spezielle Formen des Hörtrainings, Hörgeräte und Noiser sowie Nervenstimulationen im Sinne eines Biofeedback sind Beispiele für moderne Verfahren. Bewegung, Sport- und Physiotherapie sowie eine gesunde Ernährung bilden den Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes, den der Betroffene immer suchen sollte. Medikamentöse Unterstützung der Behandlung kann für ausgewählte Patienten sinnvoll sein.
Für Patienten und ihre Angehörige kann der Kontakt zu regionalen Selbsthilfegruppen (Tinnitusliga) sehr wertvoll sein.

"Ziel unseres öffentlichen Vortrages am 14.02.2018 in der Kantine des Südharz Klinikums war es, eine verbesserte Grundorientierung der Betroffenen, um die Patientenautonomie im Umgang mit den lästigen Geräuschen weiter zu stärken, zu erreichen", gab sich Prof. Büntzel zufrieden.

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