Erkennen, behandeln, verhindern Diagnose: Schlaganfall

Freitag, 18. August 2017, 07:53 Uhr
Rege Teilnahme am Schlaganfalltag im Südharz Klinikum Nordhausen (Foto: Anne Hagedorn / SHK)
In Deutschland erleiden jährlich ca. 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Das bedeutet, dass eine plötzlich einsetzende Funktionsstörung des Gehirns auftritt, bei der Nervenzellen absterben können. Nahezu 80% der Betroffenen sind über 60 Jahre alt. Jeder dritte Patient ist nach einem Schlaganfall auf einen Rollstuhl angewiesen, ist sprachgestört oder hilfebedürftig. Jeder fünfte verstirbt in den ersten Wochen an den Folgen.

Am 9. August 2017 fand diesbezüglich eine Informationsveranstaltung mit dem Titel „TAG GEGEN SCHLAGANFALL“ im Südharz Klinikum statt. Die Klinik für Neurologie mit integrierter Stroke Unit hatte diesen Tag ins Leben gerufen, an welchem sich Betroffene und Interessierte von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr über das Thema Schlaganfall erkundigen konnten. Die Ärzte der Stroke Unit, unter der Leitung der Chefärztin Frau Dr. Jolanta Balcewicz, klärten die Besucher über Therapiemöglichkeiten, Risikofaktoren, Symptome und den sogenannten FAST-Test, zur Verdachtsprüfung eines Schlaganfalls, auf. Dieser Test hilft, einen Schlaganfall rechtzeitig und schnellstmöglich zu erkennen. Sollte die betroffene Person nicht in der Lage sein, auch nur einen Punkt problemlos zu erfüllen, muss unverzüglich der Notruf 112 gewählt werden. Melden Sie: „Verdacht auf Schlaganfall“, falls bei Ihnen oder einer anderen Person schlagartig Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Sprach-oder Sehstörungen auftreten.

FAST-Test:
1. Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Ist das Gesicht einseitig verzogen? Das deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.
2. Arms: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gleichmäßig gehoben werden.
3. Speech: Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt eine Sprachstörung vor.
4. Time: Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, um Leben zu retten oder bleibende Behinderungen zu vermeiden. Wählen Sie den Notruf 112 und schildern Sie die Symptome.

Das Behandlungsteam der Neurologie machte aber auch deutlich, was man selbst tun kann, um das eigene Schlaganfallrisiko zu senken. Minimieren Sie Risikofaktoren wie: Bluthochdruck, Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum, Übergewicht sowie Bewegungsmangel.

Im Anschluss an die Vorträge des Teams der Stroke Unit konnten die Besucher Fragen zum Thema stellen, was mit großer Resonanz genutzt wurde. An diversen Aktionsständen hatten die rund 100 Gäste die Möglichkeit, aktiv an der Veranstaltung teilzunehmen, indem sie beispielsweise ihren Blutdruck und Blutzucker messen lassen konnten. Außerdem informierten sich die Teilnehmer/innen umfangreich an dem Stand mit Informationsmaterial der Deutschen Schlaganfallgesellschaft.

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