Das Sehen ist unser wichtigstes Sinnesorgan – Was aber, wenn diese Fähigkeit plötzlich schwindet?

Freitag, 05. Mai 2017, 07:41 Uhr
170 Besucher beim öffentlichen Vortrag von Dr. med. Hubert Scharf, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde im Südharz Klinikum Nordhausen (Foto: Anne Hagedorn / SHK)
Das Sehen ist unser wichtigstes Sinnesorgan. Die meisten bewussten Wahrnehmungen erfolgen über unsere Augen. Gutes Sehen macht daher einen Großteil unseres Erlebens und unser Möglichkeit am Leben teilzunehmen aus. Die Fähigkeit des Sehens nehmen wir dabei nur allzu gerne als selbstverständlich gegeben hin. Umso schmerzlicher ist es dann, wenn diese Fähigkeit plötzlich schwindet. Eine ernste Bedrohung für das Sehen stellt dabei die altersabhängige Makuladegeneration, kurz AMD, dar. Hierbei kommt es durch Alterung der Netzhaut, die quasi die Leinwand des Auges darstellt, zu einem fortschreitenden Sehverlust, der insbesondere das Sehzentrum betrifft. Da heute durch die Segnungen der modernen Medizin die Menschen immer älter werden, wird die Zahl der von dieser typischen Alterserkrankung heimgesuchten Patienten immer größer. Betroffene leiden unter anderem unter einer verzerrten Wahrnehmung oder dem Ausfall zentraler Bildanteile. In der Mitte des Gesichtsfeldes entsteht ein grauer Schatten, das Bild ist verschwommen, Farben sind schwer unterscheidbar, gerade Linien erscheinen verzerrt oder wellig. Das Lesen und das Erkennen von kleinen Gegenständen fällt zusehends schwerer. Im weiteren Verlauf leiden viele Patienten darunter, dass sie die Gesichter von Personen nicht mehr erkennen können. Sie haben Angst für unhöflich gehalten zu werden, weil sie bekannte Personen nicht grüßen. Der Verlust der Fahrtüchtigkeit sowie die zunehmende Unselbständigkeit bei der Erledigung alltäglicher Dinge erzeugen ebenfalls einen hohen Leidensdruck - gerade auch bei denjenigen, die auf einen aktiven Lebensabend gehofft hatten. Lesen ist oftmals nur mit Hilfsmitteln beschwerlich möglich und auch Fernsehgucken bedeutet keine Freude mehr. Musste bis vor wenigen Jahren diese Erkrankung schicksalhaft ertragen werden, bestehen heute doch einige Therapieoptionen.

Welche Möglichkeiten gegeben sind, und wie betroffene Menschen mit ihrer Erkrankung im Alltag umgehen können, wurde im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe anschaulich erläutert. Praktische Hilfsmittel wie der einfache Lesestein oder sogar das Smartphone waren nur einige Tipps, die neben der empfohlenen regelmäßigen Kontrolle ab dem 60. Lebensjahr durch den Augenarzt gegeben wurden.

Der nächste öffentliche Vortrag findet am 07.06.2017 um 17.00 Uhr zum Thema „Blasenschwäche – kein Tabuthema – Therapiemöglichkeiten der weiblichen Harninkontinenz" in der Kantine des Südharz Klinikums statt.
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