Urologie

Leistungsbeschreibung

Die Urologische Klinik des Südharz Klinikums Nordhausen bearbeitet alle Teilgebiete der Urologie ohne Nierentransplantation:

  • urologische Onkologie (Behandlung urologischer Tumore, auch minimal invasiv in laparoskopischer Technik)
  • Harnsteintherapie, die am meisten durch einen endoskopischen Zugang bzw. in Form einer Stoßwellensteinzertrümmerung abläuft
  • gutartige Prostataerkrankungen, bei denen wir neben der seit Jahrzehnten etablierten Ausschabung der Prostata mit einer elektrischen Schlinge auch eine Laseroperation anbieten, bei der das Prostataadenomgewebe aufgrund extremer Hitzeentwicklung restlos verdampft und nicht blutet (sog. Green light laser)
  • Neurourologie, die sich mit der Diagnostik und Behandlung der Auswirkungen der Nervenkrankheiten auf die Funktion der Harnwege befasst
  • gynäkologische Urologie, inklusive operativer Behandlung weiblicher Harninkontinenz. Hier können wir bei Bedarf auch komplexe Beckenbodenplastiken mit Einsatz verschiedener Kunststoffimplantate anbieten
  • Andrologie (Männerheilkunde), inkl. Einpflanzung von Penisprothesen und künstlichem Schließmuskel bei männlicher Harninkontinenz
  • Kinderurologie, die auch die operative Behandlung von komplexen angeborenen Entwicklungsstörungen des Urogenitalsystems mit einschließt
  • Mikrochirurgie inkl. Wiederherstellung der Samenwege nach stattgehabter Sterilisation oder Gefäßeingriffe bei Erektionsstörungen

Basierend auf hoher fachlicher Kompetenz der Mitarbeiter und Ausstattung auf dem neusten Niveau bietet die Nordhäuser Urologie die Durchführung aller diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen im Einklang mit allen Standards der modernen medizinischen Wissenschaft.

Falls Sie Interesse an einer urologischen Vorsorgeuntersuchung haben, wäre ihre Durchführung in unserer Ambulanz auf Überweisung eines niedergelassenen Urologen bei Kassenpatienten möglich. Alternativ kann die Untersuchung immer auf der Basis einer Privatliquidation erfolgen.

Schwerpunkte

Tumortherapie

  • Nierentumoren (radikale Nierentumorentfernung, organerhaltende Nierentumorchirurgie bei kleineren Tumoren)
  • Nebennierentumoren (radikale Tumorentfernung, Metastasenchirurgie)
  • Harnblasenkarzinom (transurethrale Elektroresektion, radikale Blasenentfernung, Harnumleitung, Ileumconduit, kontinente Harnableitung, Neoblasen)
  • Prostatakarzinom (radikale Prostataentfernung (potenzerhaltend), hormonelle Therapie, Therapie der Komplikationen und Folgen des Prostatakarzinoms (Schmerztherapie, Harnumleitung, Sphinkterprosthese, Penisprothesen))
  • Hodenkarzinom (operative Therapie des Primärtumors, operative Therapie der Lymphbahnen (nervschonend), Polychemotherapie)

Laparoskopie (Schlüssellochchirurgie) bei Prostata- und Nierenkarzinom und bei Wiederherstellungseingriffen

Seit kurzem bieten wir in der Urologie des Südharz Klinikums Nordhausen die Operationen der kompletten und teilweiser Nierenentfernung (Nephrektomie), der Prostataentfernung bei Krebs (radikale Prostatektomie bei Prostatakarzinom), Entfernung der Lymphknoten aus dem Becken und Wiederherstellung bei Harnleiterabgangs- oder –mündungsenge auch in laparoskopischer oder sog. Schlüssellochtechnik. Die laparoskopische Technik fand auch einen breiten Einsatz bei Entfernung der Nebennierentumore oder Nebennierenmetastasen, die früher bei der offenen Operationstechnik immer einen großen Schnitt zur Entfernung eines kleinen Organs wegen seiner tiefen Lage erforderte.
Aus historischer Sicht hatte die Laparoskopie einen späteren Einzug in die Urologie als in die anderen chirurgischen Fächer. Eine tiefe Lage der ins Fettgewebe eingebetteten Organe des Urogenitalsystems bedingte ihre schwere Erreichbarkeit und erforderte entsprechenden technischen Fortschritt einerseits und gewisse Tapferkeit der Pioniere dieser Technik in der Anfangsphase. Die ersten Berichte über den Einsatz laparoskopischer Techniken kamen aus den USA und Frankreich und kurz danach aus Deutschland Anfang 1990-er. 15 Jahre später verfügte man bereits über solide Langzeitdaten, die völlige onkologische (=krebsmedizinische) Sicherheit der neuen Technik belegen konnten.
Bei laparoskopischen Eingriffen benötigt der Operateur keinen größeren Schnitt um die betroffenen Organe zu erreichen. Dies geschieht in sog. Schlüssellochtechnik, bei der lediglich in Abhängigkeit von der Operation 3 bis 6 kleine Inzisionen (0,5 bis 1,5 cm lang) angebracht werden, um spezielle Schleusen (Ports) zu platzieren. Durch die Ports können 0,5 bis 1 cm starke Instrumente und eine stabförmige HD-Kamera in den Körper eingebracht werden.

Zu den Vorteilen der laparoskopischen Eingriffe zählen folgende:

  1. Schnellere Erholung nach dem Operationstrauma, frühere Entlassmöglichkeit, weniger ausgeprägte Schmerzen nach der Operation, niedrigerer Schmerzmittelverbrauch und schnelleres Einsetzen der Darmtätigkeit
  2. In der Regel kleinerer Blutverlust im Vergleich zu offenen Eingriffen; Blutübertragungen sind seltener erforderlich
  3. Bessere kosmetische Ergebnisse
  4. Eine bis zu 40-fache optische Vergrößerung und HD-Auflösung ermöglichen bei laparoskopischen Eingriffen in der Urologie eine bessere Darstellbarkeit und Schonung solcher Strukturen wie z.B. die Gefäß-Nerven-Bündel im Rahmen der potenzerhaltenden bzw. nerverhaltenden Prostatektomie bei Prostatakrebs im sexuell aktiven Alter

Gutartige Prostatavergrößerung oder benigne Prostatahyperplasie (=BPH)

Seit 3 Jahren bietet die Urologische Klinik des Südharz Klinikums Nordhausen neben wenigen Zentren in Thüringen und Mitteldeutschland die Operation der sog. Laservaporisation der Prostata an. Bei dieser Operation wird das Prostataadenomgewebe nicht mit einer elektrischen Schlinge ausgeschabt sondern verdampft rückstandslos unter dem Strahl eines KTP-Lasers, der häufig als Green-light-laser bezeichnet wird. Die Energie des grünen Lichts wird besonders gut von rotfarbenen Strukturen (=Blutgefäßen) aufgenommen, dadurch verläuft die Operation praktisch blutungsfrei. Der Eingriff kann auch bei Patienten unter Blutverdünnung mit ASS und Marcumar (=Falithrom) durchgeführt werden. Dies ist besonders wichtig nach der Einpflanzung der Stents in die Herzkranzgefäße, wonach die Patienten für eine längere Zeit auf die Einnahme von ASS angewiesen sind.

Der einzige Nachteil dieser Technik besteht darin, dass kein Gewebe zur feingeweblichen Untersuchung gewonnen werden kann. Wenn aber der PSA-Wert vor der Operation bestimmt und die Prostata untersucht wird, wird in der Regel kein klinisch relevanter Prostatakrebs übersehen.

Der Green-light-laser kann auch zur Behandlung des Prostatakarzinom eingesetzt werden, wenn eine totale Entfernung der Prostata nicht mehr durchführbar ist, es bestehen aber Blasenentleerungsstörungen aufgrund einer tumorbedingten Einengung des Blasenauslasses.

Es muss vermerkt werden, dass die Lasermethode in vielen Ländern (wie z.B. in den USA) die klassische Elektroresektion der Prostata (TUR-P) praktisch völlig verdrängte. Der Grund dafür ist in erster Linie die Komplikationsarmut des Eingriffes. Seit einigen Jahren übernimmt auch die gesetzliche Krankenversicherung die anfallenden Behandlungskosten in vollem Umfang.

Harnsteinleiden

  • medikamentöse Therapie und Metaphylaxe
  • Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)
  • operative Therapie
  • minimalinvasive percutane und laparoskopische Nierensteinchirurgie
  • Stoffwechseluntersuchungen

Gynäkologische Urologie

  • Diagnostik und operative Therapie der Belastungsharninkontinenz der Frau durch Einpflanzung verschiedener Kunststoffnetze und -bänder, die den Beckenboden stabilisieren und auf diese Weise das Wiedererlangen der Kontinenz ermöglichen (z.B. TVT)

Neurourologie

  • Diagnostik bei Blasenfunktionsstörungen
  • Video - Urodynamik
  • konservative Therapie
  • operative Therapie (Sphinkterotomie, Blasenerweiterungsplastik, supravesicale Harnableitung

Fertilitätsstörungen

  • funktionelle und morphologische Diagnostik
  • konservative Therapie
  • operative Therapie (inc. Mikrochirurgischer Techniken)
  • Vasostomie
  • Vasektomie

Erektile Dysfunktion

  • funktionelle und morphologische Ursachendiagnostik
  • konservative Therapie (Hormontherapie, Erektionshilfen, Schwellkörperinjektion)
  • operative Therapie (gefäßchirurgische Rekonstruktion, Einpflanzen von Penisprothesen beim Versagen anderer vorausgegangener Behandlungsversuche (Prothesenchirurgie)

Kinderurologie und Mikrochirurgie

kinderurologisch-nephrologische Sondersprechstunde in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Chefarzt Dr. med. Beintker / Chefärztin Dr. Ludwig)

  • Diagnostik und Operationen aller Fehlbildungen des Urogenitaltraktes
  • Diagnostik und Operationen aller Fehlbildungen des Urogenitaltraktes
  • gesamtes Spektrum der operativen Therapie am Urogenitaltrakt des Kindes, einschließlich mikrochirurgischer Eingriffe
  • moderne einzeitige mikrochirurgische Hypospadiekorrektur
  • konservative Therapie der Blasenentleerungsstörungen
  • Enuresistherapie
  • Therapie der Steinerkrankungen im Kindesalter, einschl. ESWL

Die Betreuung erfolgt gemeinsam mit der modern und anspruchsvoll ausgestatteten Kinderklinik. Die Mitaufnahme eines Elternteil ist möglich.

sonstiges

  • plastisch-rekonstruktive Genitalchirurgie
  • Urethraplastik bei Harnröhrenenge (=Harnröhrenstriktur)
  • plastisch-rekonstruktive Urologie

Besondere Techniken /OP-Techniken

  • Green-light-Lasertherapie der Prostata
  • Laparoskopische Tumor- und Wiederherstellungsoperationen
  • minimalinvasive perkutane Nierenchirurgie
  • Mikrochirurgie – Andrologie
  • Mikrochirurgie – Genitalplastiken /Rekonstruktion
  • Mikrochirurgie – Kinderurologie
  • ESWL ( Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie)

Weiterbildungsermächtigung

Informationen zur Weiterbildungsermächtigung der Klinik finden Sie im Bereich Ausbildung.