Nuklearmedizin

Radionuklid-Therapie des kastrationsrefrakären Prostata-Karzinoms mit Xofigo/ Alpharadin/ Radium-233-Dichlorid

Xofigo am SHK / wem nützt es / wem schadet es / wie wird es verabreicht und was wird wann kontrolliert ?

Xofigo am SHK

seit 08/2016 haben wir die behördliche Genehmigung, Xofigo in unserer neuen Abteilung uneingeschränkt anzuwenden.

Wem nützt es?

Xofigo ist als Radiopharmakon zur Behandlung des therapierefraktären Prostata-Karzinoms zugelassen. Es hat 3 wesentliche Zielrichtungen: 1. verringert es das Risiko, sekundäre Komplikationen bei multipler oder disseminierter Skelettmetastasierung zu vermeiden (Stichwort pathologische Frakturen), 2. soll über die damit verbundene Schmerzlinderung sowohl die Lebensqualität verbessert werden als auch der Opiat- bzw. der allg. Analgetika-Bedarf reduziert werden sowie 3. über die Bestrahlung der immer in großer Anzahl anzunehmenden Mikrometastasen eine gewisse Lebensverlängerung (bisherige Annahme von ca. 3 - 6 Monaten) zu erreichen.

Wem schadet es möglicherweise?

Xofigo führt als relativ hochenergetischer Alpha-Strahler zunächst zu einer Knochenmarks-Depression. Deshalb ist nicht nur unter der laufenden Therapie jeweils vor der nächstfolgenden Verabreichung ein großes Blutbild erforderlich, sondern gibt es bestimmte Eingangskriterien resp. relative Kontraindikationen für die Therapie. Die als PDF beigefügte Leitlinie bestimmt hier neben den nicht vorhandenen viszeralen Metastasen als Ausgangslage ein Hb von > 6,2 mmol/l und insbes. Thrombocytenzahlen > 100 Gpt/l als einzuhaltende resp. empfohlene Grenzwerte (entsprechend der Leitlinie der Dt. Gesellschaft für Nuklearmedizin). Pancytopenie inkl. Leukocytopenie bzw. Granulocytopenie und insbes. Thrombocytopenie sind die üblichen und bei fast allen Patienten (naturgemäß in unterschiedlichem Ausmaß) zu erwartenden Nebenwirkungen. Hier ist auch der Fakt vorausgegangener Radiatio u./o. Chemotherapie und der damit eingeschränkten Knochenmarks-Reserve einzubeziehen.

Wie wird es verabreicht?

Xofigo wird mit wenigen Ausnahmen ambulant verabreicht / dies über einen normalen venösen Zugang. Diese Anwendung erfolgt üblicherweise in 6 Zyklen mit einem Abstand von jeweils 4 Wochen. Vor der jeweils nächsten Anwendung wird ein großes Blutbild angefertigt und uns zur Verfügung gestellt, um jeweils die nächste Dosis zu rezeptieren resp. durch unsere Apotheke zu bestellen. Der Patient wird zu Beginn der Behandlung hier in der Nuklearmedizin ausführlich über den Ablauf, die konkret terminlich vorgeplanten Applikationen als auch das Verhalten im häuslichen Milieu (ausführliches Merkblatt) aufgeklärt. Nach der ersten Anwendung kann ggf. ca. 6 Tage später eine Ganzkörperszintigrafie zur Dokumentation der Anreicherungsorte angefertigt werden (wird im Einzelfall bestimmt).

Wie werden Patienten bei uns angemeldet?

Wir benötigen neben den nötigen Voruntersuchungen (sowohl aktuelles Blutbild, Skelettszintigrafie nicht älter als max. 3 Monate sowie US- oder Schnittbilduntersuchungen zum Ausschluss viszeraler Metastasen) einen Überweisungsschein, fragen dann bei der jeweiligen Krankenkasse nach (trotz gegenteiliger Beteuerungen des Herstellers, dies sei nicht nötig). Dann erfolgt die Aufklärung des Patienten hier vor Ort. Insbes. muss der Zusammenhang mit laufenden Chemo- resp. auch Bisphosphonat-Therapien abgeklärt werden / Calcium-, Phosphat- oder Vitamin-D-Behandlungen sollten 7 Tage vor und nach der Xofigo-Anwendung pausiert werden. Die Injektion als solche ist wie bereits erwähnt unkompliziert. Nachfolgend bekommt der Patient das o.g. Merkblatt in die Hand / gleichzeitig wird o.g. Terminliste mit allen geplanten Applikationszeitpunkten sowie den jeweils vorher notwendigen Blutkontrollen sowie unsere Kontaktdaten ausgehändigt.

Wer bezahlt?

Xofigo wird üblicherweise von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die gesamte Behandlungsserie = 6 Anwendungen kostet derzeit etwa 36 000 €. Die in letzter Zeit mehrfach angefragte Wiederholung einer solchen Therapie min. 12 Monate nach Beendigung einer Ersttherapie ist derzeit noch nicht endgültig bewertet (sowohl fachlich als auch seitens der Krankenkassen).

Haben Sie Fragen?

Bitte kontaktieren Sie uns unter 0 36 31 / 41 28 75

Weiterführende Informationen: