Neurologie

Leistungsbeschreibung

Das Leistungsspektrum der Neurologischen Klinik umfasst diagnostisch und therapeutisch das komplette Fachgebiet der Neurologie gemäß dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Einige Beispiele:

  • Schlaganfälle also Durchblutungsstörungen des Gehirns inklusive Blutungen in das Gehirn sind in Deutschland die häufigste Ursache für dauerhafte Behinderung und die dritthäufigste Todesursache. Mittels unserer Stroke Unit, einer auf die Schlaganfallversorgung spezialisierten Überwachungsstation, ist die optimale Versorgung von Schlaganfällen und Gehirnblutungen in Nordthüringen und den angrenzenden Regionen gesichert.
  • Epileptische Anfälle können viele unterschiedliche Ursachen und Erscheinungsbilder haben und sind oft nur schwer von anderen Bewusstseins-, Bewegungs- und Gefühlsstörungen zu unterscheiden. Mittels EEG, Provokations-EEG, Langzeit-EEG und Video-EEG als funktioneller Diagnostik sowie unterschiedlichsten MRT-Wichtungen und anderen neuroradiologischen Untersuchungsmethoden als morphologischen Untersuchungen gelingt meist eine Differenzierung, die die Voraussetzung für eine spezifische Therapie bildet.
  • Stürze, Gangstörungen und Bewusstlosigkeiten sind oft Symptome einer Erkrankung des zentralen oder peripheren Nervensystems. Viele dieser Erkrankungen lassen sich gerade in der Frühphase erfolgreich behandelt. Hierdurch kann dauerhaften körperlichen Einschränkungen und Behinderungen vorgebeugt werden.
  • Die Mehrzahl aller Menschen hat mindestens einmal im Jahr Kopfschmerzen, oft über mehrere Tage oder länger anhaltend. 95% dieser Kopfschmerzepisoden sind harmlos wenngleich erheblich beeinträchtigend. Wichtig ist es, den Typ des Kopfschmerzes klarzustellen, da sonst mit den gängigen Kopfschmerzmedikamenten mehr Schaden als Nutzen bewirkt werden kann. Bei den übrigen 5% der Kopfschmerzpatienten liegen ernstere Ursachen wie Entzündungen, Blutungen oder gar Tumoren vor, die nur folgenlos geheilt werden können, wenn sie so schnell wie möglich behandelt werden.
  • Rückenschmerzen, Lumboischialgie und Bandscheibenprobleme sind eine weitere Volkskrankheit. Da aber zumindest in der zweiten Lebenshälfte die Mehrheit der Menschen Bandscheibenvorfälle hat, ohne dass diese dauerhaft Beschwerden oder Nervenschädigungen verursachen, ist besonders wichtig eine etwaige Operationsindikation gründlich mittels klinischer, elektrophysiologischer und MRT-morphologischer Kriterien zu prüfen sowie Vor- und Nachteile gegenüber einer konsequenten konservativen Therapie abzuwägen.
  • Vergesslichkeit oder ein Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit sind nicht wie noch oft behauptet wird eine schicksalhafte Entwicklung des zunehmenden Lebensalters. Die meisten Ursachen einer geistigen Leistungsschwäche lassen sich beheben oder zumindest erfolgreich therapieren. Entscheidend für die erfolgreiche Behandlung ist viel mehr eine frühzeitige, differenzierte Diagnosestellung, da hiervon die Art der Therapie abhängt.
  • Schwindel ist ein weiter Begriff, der je nach genauerer Einordnung viele Ursachen haben kann, die vom Gleichgewichtsorgan über den Verbindungsnerven zum Gehirn, Veränderungen im Kleinhirn und dem Hirnstamm, das Rückenmark bis zu den Nerven der Beine reichen können. Neben der Linderung der oft als quälend empfundenen Beschwerden ist hier die Abklärung der Ursache vordringlich um das Übel an der Wurzel zu packen und ernsteren Folgen vorzubeugen.
  • Multiple Sklerose ist eine Erkrankung bei der die körpereigene Immunabwehr Entzündungsherde im Gehirngewebe verursacht, die auf Dauer zu einer Schädigung der Nervenzellen führen können.  Die Erkrankung verläuft meist schubförmig und hat unspezifische Symptome wie plötzliche Sehschwäche auf einem Auge, Doppelbilder, Gefühlsstörungen oder Bewegungsunsicherheiten. Entgegen der landläufigen Meinung können jedoch bei geeigneter Therapie die meisten Menschen ihr Leben dauerhaft ohne größere Einschränkungen weiterführen.
  • Die Neurologische Schlafmedizin beschäftigt sich mit unterschiedlichsten Formen der Ein- und Durchschlafstörungen. Dazu zählt neben dem Syndrom der unruhigen Beine (restless legs syndrome) auch die Narkolepsie als Störung der Schlaf-Wach-Regulation. Aber auch unterschiedliche schlafgebundene Verhaltensstörungen wie zum Beispiel das Schlafwandeln und Albträume. Schlafbezogene Atemstörungen wie das Schlafapnoe-Syndrom als wesentlichem Risikofaktor für einen Schlaganfall werden selbstverständlich ebenfalls diagnostiziert und therapiert.
  • Die Parkinson-Erkrankung mit ihren Unterformen ist eine der klassischen neurologischen Erkrankungen. Sie geht mit einer Erhöhung der Muskelspannung, einer Verarmung der Beweglichkeit und auch in der Mimik sowie einem Zittern meist der Hände in Ruhe einher. Im Verlauf treten häufig Gleichgewichtsstörungen hinzu, wobei die einzelnen Symptome von Patient zu Patient sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Angesichts der Vielzahl an medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten erfordert die individuelle Einstellung orientiert an Symptomen und möglichen Nebenwirkungen viel Fingerspitzengefühl.
  • Eine Gesichtslähmung (Fazialisparese) ist eine mittig begrenzte einseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur, die unter anderem zu inkomplettem Augenschluss mit Austrocknung des Auges und hängendem Mundwinkel mit Speichelfluss führt. Auf den ersten Blick ist sie einem Schlaganfall oft täuschend ähnlich, kann jedoch, da sie von einer Entzündung des Gesichtsnerven hervorgerufen wird durch Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen eindeutig diagnostiziert werden. Wichtig ist eine Untersuchung des Nervenwassers um eine Borrelieninfektion nicht zu übersehen, die sich häufig als erstes durch eine Gesichtslähmung äußert.
  • Polyneuropathie nennt man eine meist diffuse Schädigung der peripheren Nerven, die sich überwiegend durch Gefühlsstörungen in den Füssen, eine Gangunsicherheit vor allem im Dunkeln und im Verlauf auch Lähmungen äußert. Die Schwierigkeit dieser Erkrankung liegt in der Vielfältigkeit der möglichen Ursachen. Neben Stoffwechselentgleisungen wie der Zuckerkrankheit, Leber- und Nierenerkrankungen können auch Entzündungen oder chronische Vergiftungen zur Polyneuropathie führen. Die Strategie der Behandlung beruht zum großen Teil darauf die Ursache auszuschalten um eine weitere Schädigung zu verhindern und den Nerven Gelegenheit zu geben sich zu erholen.

Weiterbildungsermächtigung

Informationen zur Weiterbildungsermächtigung der Klinik finden Sie im Bereich Ausbildung.